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FKurs Exk.Architektur Fenster 024

Bildgestaltung

Es gibt keine dumme Fragen…

Auch nach mehr als 10 Jahren Fotokursen komme ich doch immer wieder zurück zu meinen Wurzeln und bekomme durch Fragen Anregungen – auch für meine eigenen Fotos. Das heißt, ich muß mir gute Antworten auf gute Fragen überlegen. Bei einer der letzten Exkursionen der Anfänger fragte mich eine Teilnehmerin, warum sie das gotische Fenster nicht so auf das Foto bekommt, wie sie es sieht.
Ich fand ihre Versuche durchaus gelungen, aber sie war nicht zufrieden mit ihrem Ergebnissen.

Was tun?
Ich überlegte mir zum einen, wie ich selber das Fenster fotografieren würde. Zum anderen überlegte ich, was eigentlich ihr Problem war. Natürlich kann ich nicht in ihren Kopf schauen, um herauszufinden, was sie eigentlich will. Aber ich denke, das eigentliche Thema war, dass viele Anfänger erwarten, auf Anhieb ihre Vorstellungen in einem Foto realisieren zu können.

„Fotografisch sehen“

Ich denke, viele Fotografen sehen nicht „fotografisch.“ Sie sehen das Motiv in einem Umfeld, das sie aber nicht auf ein Foto bringen können – oder es sieht dann nicht gut aus.
Mit dem Gehirn blenden wir beim Sehen das Drumherum aus und konzentrieren uns auf das uns Wesentliche. Wenn wir dann das fotografieren, sind wir enttäuscht, weil  das Umfeld fehlt. Also sollten wir – wenn das Motiv alleine nicht wirkt – auch bei einem speziellen Motiv das Umfeld mit einbeziehen.

 

Sich dem Motiv annähern

Zum anderen sollte man nicht erwarten, dass ein Foto auf Anhieb gelingt, bzw. so aussieht, dass wir zufrieden damit sind. Zuweilen gelingt mir das – viel öfter muß ich mich aber auch erstmal „heranarbeiten.“
Diese Beispiele zum Thema Architektur geben vielleicht einen Eindruck, wie die Fotos entstanden sind:

http://www.fotokurse-gertklaus.de/2012/05/moderne-architektur/

Ich hatte dabei weder die Einstellungen, noch die anschließende Nachbearbeitung im Kopf. Die Fotos von der Messe Nürnberg aber auch die aus Erlangen und dem neuen Mercedes Benz Gebäude entstanden so, dass ich zunächst von weiter weg, mit dem Tele, die „korrekten“ Ansichten fotografiert habe. Danach habe ich mich den Gebäuden angenähert, bis ich mit den ganz kurzen Brennweiten (20mm an der Vollformat-Kamera) Ausschnitte fotografiert habe. Zuhause habe ich dann experimentiert, wie die Gebäude gut rüberkommen.

Serie in Saint Aubin-sur-Mer

Ähnlich ging es mir bei der folgenden Serie. Hier hatte ich aber wenig Zeit und habe meinen Sohn kurz „in die Ecke gestellt.“ 😉
Ich war allerdings einige Jahre zuvor schon mal da – allerdings bei strahlend blauem, wolkenlosen Himmel. Ich mochte die Einstellungen (Bildausschnitte), aber der dabei entstandene „Look“ war mir zu langweilig. Also habe ich im RAW-Konverter die Belichtung etwas dunkler gemacht, Kontrast erhöht und die Farbsättigung etwas verringert. Das Ergebnis entsprach dann meinem „Gefühl“ – wie ich den Vormittag in St.Aubin-sur-Mer in der Normandie empfunden habe.


http://www.fotografie-gertklaus.de/2010/08/normandie-saintaubin/

  1. Wolfgang Nied
    Wolfgang NiedNov 10, 2013

    Bildgestaltung ist mein größtes Problem, das liegt einfach an der geringen Übung.
    Denn nach einigen Fotoexkursionen wird das „Sehen“ besser, man muss ja daheim die Bilder aussortieren und erkennt meistens was gut ist und nicht. (oder einem gefällt)
    Am meisten bringt es mir, wenn ich mich auf eine Brennweite festlege.
    Einmal waren wir im Olympiastadion in München, dort angekommen haben wir uns getrennt und die Jungs fotografierten los.
    Ich setzte mich erstmal hin und ließ das Stadion auf mich wirken und begann erst deutlich später zu fotografieren.
    Man sollte erstmal in die Szene eintauchen und dann fotografieren.
    Gruß Wolfi

    • Gert Klaus
      Gert KlausNov 10, 2013

      Das ist auf jeden Fall der Ansatz zu besseren Bildern. Auch Kreativität benötigt erst mal Eindrücke. Danke für das Feedback Wolfgang!

  2. Babsi
    BabsiMrz 31, 2015

    Liebe Mitleser und jene, die es noch werden,

    ich hatte anfangs auch so meine Probleme mit dem fotografischen Sehen und dem richtigen Anordnen der Elemente in den Bildern, finde aber, dass es mittlerweile immer besser klappt!
    Aber wie in der Kunst bzw Malerei auch, so gibt es auch beim Fotografieren schlichtweg „Regeln“, die ein Bild positiv oder negativ wirken lassen. 2/3-Regel, positive Linien, etc pp
    Im Buch „The Photographer’s Eye“ von Michael Freeman wird sehr schön darauf eingegangen, was es auch oder gerade für Anfänger sehr empfehlenswert macht!
    Anhand der Fotografien wird gezeigt, auf welche Verläufe und Aufteilungen geachtet wird. Daher kann ich dieses Buch jedem angehenden Fotografen und der, der es werde möchte, nur empfehlen!

    • Gert Klaus
      Gert KlausMrz 31, 2015

      Vielen Dank für deine Mühe, zu meinem Blog mal was beizutragen! Guter Beitrag, noch dazu mit weiterführendem Tipp! Schön, dass hier mal was passiert, wie du siehst gibt es nur wenige, die zu den Artikeln was zu sagen haben – wobei es ne ganze Menge Leute gibt, die sich hier Infos holen… 😉

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